Interview

Grosses «SSZ»-Interview mit Georg Kradolfer: «Jugendturniere zu organisieren, hat mir immer grosse Freude bereitet»

An der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Schachbundes (SSB) am 15. Juni in Ittigen tritt Georg Kradolfer aus dem Zentralvorstand zurück. Die «SSZ» unterhielt sich mit dem im kommenden Jahr seinen 70. Geburtstag feiernden Zürcher über dessen 50-jährige Funktionärstätigkeit auf verschiedenen Ebenen, für die er vom SSB, den Zürcher Schachverband und dem Schachverein Wollishofen mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet worden ist. 

«SSZ»: Sie waren – auf zwei Perioden verteilt – insgesamt 17 Jahre Mitglied des SSB-Zentralvorstands. Gehen Sie nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge? 

Georg Kradolfer: Eher mit einem lachenden, denn ich bin gesund und fit. Insofern hätte ich auch noch weitermachen können. Doch ich finde es falsch, zu lange in einem solchen Amt zu bleiben. Deshalb ist es Zeit, einem Jüngeren Platz zu machen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass der an meiner Stelle portierte André Vögtlin einen guten Job machen wird. 

Wenn Sie auf ihre zahlreichen Engagements fürs Schach zurückblicken. Welchen Stellenwert haben für Sie die 17 Jahre im Zentralvorstand?

Man kann etwas bewegen, braucht jedoch eine grosse Ausdauer. Denn die Entscheidungswege von einer Idee bis zur Spruchreife und Realisierung sind sehr lang – insbesondere wenn die Delegiertenversammlung in einen Entscheidungsprozess involviert ist. Ich habe auf ZV-Ebene bestimmt davon profitiert, dass ich auch in einem Regionalverband und Verein engagiert war. Zum einen gibt es viele Synergien, zum andern wusste ich immer, wovon man spricht. Der ZV hat zweifellos ein grosses Gewicht, gibt aber auch am meisten zu tun. Auch wenn ich meine Meinung immer entschieden vertreten habe, bin ich mit den Jahren bestimmt etwas teamfähiger geworden.

Sie haben sich während fünf Jahrzehnten auf allen Ebenen fürs Schach engagiert – im Verein, im Regionalverband, im SSB, als Turnierorganisator und als Schiedsrichter. Welche Jobs haben Ihnen am meisten Spass bereitet?

Eine schwierige Frage. Doch neben dem Zürcher Weihnachts-Open habe ich auch immer gerne Jugendturniere organisiert. Es bereitete mir grosse Freude, Kindern eine Spielmöglichkeit zu bieten und mitzuerleben, wie mit den Jahren ein paar starke Spieler aus den Jugendturnieren hervorgegangen sind. Da ich auch privat gerne reise, bin ich auch immer gerne als Delegationsleiter an internationale Anlässe oder als Schiedsrichter an Olympiaden gegangen.

Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit auf den verschiedenen Ebenen?

Im Klub bekommt man sofort ein direktes Feedback. Im Regionalverband kennt man auch fast jeden. Auf Ebene SSB sind Arbeit und Horizont langfristiger.

Das komplette Interview mit Georg Kradolfer finden Sie in «SSZ» 3/19!

Während fünf Jahrzehnten leitete Georg Kradolfer unzählige Turniere – und war dabei immer die Ruhe selbst.