SSB-DV in Ittigen (17. Juni): Rainer Gross und Andreas Lienhard sollen Jana Seps und Walter Bichsel als ZV-Mitglieder folgen

von Markus Angst

SSB-Zentralpräsident Peter A. Wyss: «Bei der Statutenrevision handelt sich primär um eine Modernisierung der Sprache und eine Entschlackung sowie die Erfüllung von Erfordernissen seitens Swiss Olympic.»

ma - An der der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Schachbundes vom kommenden Samstag im Haus des Sports in Ittigen stehen die Teilrevision der SSB-Statuten und die Wahlen in den Zentralvorstand im Brennpunkt. An Stelle der beiden demissionierenden ZV-Mitglieder Jana Seps (Finanzen) und Walter Bichsel (Spitzensport/zugleich Vizepräsident) portiert der Zentralvorstand Rainer Gross und Andreas Lienhard.

Die den Delegierten vorgelegte Teilrevision der SSB-Statuten ist so umfangreich, dass sie nahezu einer Totalrevision der seit der Fusion zwischen dem Schweizerischen Schachverband (SSV) und dem Schweizerischen Arbeiter-Schachbund (SASB) im Jahr 1995 geltenden und seither mehrfach punktuell angepassten Statuten gleichkommt.

Substanziell schlägt der SSB-Zentralvorstand den Delegierten allerdings keine wesentlichen Änderungen vor. «Es handelt sich primär um eine Modernisierung der Sprache und eine Entschlackung sowie die Erfüllung von Erfordernissen seitens Swiss Olympic», sagt Peter A. Wyss. Laut dem SSB-Zentralpräsidenten zielt die Statutenrevision in zwei Richtungen: Vereinfachungen der Strukturen und Abläufe sowie Anpassung an die Ist-Situation.

Damit die Diskussionen an der DV nicht ins Uferlose und in Wortklaubereien abdriften (Peter A. Wyss: «Wir wollen schliesslich nicht erst um 24 Uhr nach Hause gehen...»), wurden die Vereinspräsidenten mit einem Newsletter eingeladen, Verbesserungsvorschläge bis Mitte April schriftlich einzureichen. Diese werden dann im Plenum der ZV-Version gegenübergestellt, und es kann zügig darüber abgestimmt werden. Peter A. Wyss ist zuversichtlich, dass die Statutenrevision mit diesem Prozedere speditiv über die Bühne geht und die Delegierten das neue SSB-Regelwerk verabschieden werden.

Neben den Statuten haben die Delegierten über einige weitere Anträge des ZV und von Sektionen zu befinden. So beantragt der ZV eine Reglementsänderung betreffend Auf-/Abstieg 3./4. Liga in der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM). Weil die Liga-Pyramide als Folge des Teilnehmerrückgangs in ihrem Unterbau in Wanken gekommen ist, sollen aus den 16 3.-Liga-Gruppen inskünftig nur noch die Tabellenletzten absteigen. Das Aufstiegsprozedere aus der 4. Liga soll von der Kommission Turniere bestimmt werden. Bisher müssen – wie in allen anderen Ligen – die beiden Letztplatzierten aus der 3. Liga absteigen. In der Praxis hat die SMM-Leitung jedoch in den vergangenen Jahren oft Zweitletzte «zurückgeholt», um wegen der vielen Aufstiegsverzichte von 4.-Liga-Klubs die 3. Liga möglichst wieder aufzufüllen.

Auf die DV, an der Noël Studer für seinen Grossmeister-Titel geehrt wird, treten die beiden Zentralvorstandsmitglieder Jana Seps (Finanzen) und Walter Bichsel (Spitzensport/zugleich Vizepräsident) aus dem SSB-Zentralvorstand zurück. Jana Seps gehört dem obersten Führungsgremium des Verbandes seit 2014 an. Die ehemalige Finanzchefin eines internationalen Unternehmens brachte die SSB-Finanzen auf Vordermann. Sie will sich in Zukunft jedoch in stärkerem Masse als bisher für hilfsbedürftige Menschen und Flüchtlinge engagieren und ihre Energie für ein Hilfswerk einsetzen. Walter Bichsel ist seit 2009 ZV-Mitglied. 1994 bis 2005 war er Juniorencoach und wurde 2006 für seine grossen Verdienste fürs Schweizer Schach zum SSB-Ehrenmitglied ernannt. «Mein Rücktritt für 2017 war schon seit längerer Zeit geplant, und ein Wechsel tut immer gut», begründet er seinen Schritt.

Als neue Mitglieder schlägt der ZV Rainer Gross und Andreas Lienhard vor. Rainer Gross ist 61-jährig, wohnt in Illnau, ist Mitglied des Schachklubs IBM Zürich und der Schweizer Schach Senioren, von Beruf Ökonom, leitete in den vergangenen 20 Jahren den Finanzcontrollerdienst des Kantons Zürich und ist seit zwei Monaten pensioniert. Andreas Lienhard ist 51-jährig, wohnt in Biel, ist Mitglied der SG Biel, setzt sich seit Jahren auf verschiedenen Ebenen – insbesondere auch im Nachwuchswesen – für den Schachsport ein und ist von Beruf Lehrer.

Neben Zentralpräsident Peter A. Wyss stellen sich auch die vier weiteren ZV-Mitglieder Georg Kradolfer (Ausbildung und Verbände), Philippe Zarri (Turniere), Jana Ramseier (Informatik und Kommunikation) und Christine Zoppas (Nachwuchs und Breitenschach) zur Wiederwahl.

Hier finden Sie alle Unterlagen zur SSB-Delegiertenversammlung: http://www.swisschess.ch/delegiertenversammlung-2017.html

Eine ausführliche Vorschau auf die SSB-Delegiertenversammlung mit einer kurzen Würdigung aller Anträge finden Sie in der «Schweizerischen Schachzeitung» 3/17.

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