Zürcher Dominanz am SJEM-Finalturnier in Zürich: Titel für Thierry Breyer, Ziad Kanana, Jan Saminskij, Marius Neuschild und Robert Weis
von Markus Angst
ma - Am Finalturnier der Schweizer Jugend-Einzelmeisterschaft (SJEM) im Hotel «Crowne Plaza» in Zürich gingen gleich vier der fünf Goldmedaillen an Stadtzürcher Schachklubs: zwei an den SV Wollishofen, eine an die SG Zürich und eine an den SC Seebach. Dazu durfte sich auch der SK Bern über einen – höchst überraschenden – Meister freuen.
Vor einem Jahr sorgten die – heuer auf einen Start in der SJEM verzichtenden – Raphael und Lionel Gut (DSSP) in der Kategorie U16 für eine Premiere, indem erstmals Zwillinge (in einem Stichkampf) einen Schweizer-Meister-Titel unter sich ausmachten. Diesmal gab es in der Königsklasse U18 eine Parallele. Die Zwillinge Thierry und Philippe Breyer (SV Wollishofen) trafen im Schlussdurchgang des erstmals – mit acht Spielern vollrundig ausgetragenen – U18-Finalturniers aufeinander.
Der als Nummer 2 gestartete Thierry Breyer behielt dabei als Leader das bessere Ende für sich, bezwang seinen Bruder (Nr. 4) und verteidigte den halben Punkt Vorsprung auf den topgesetzten FM Johannes Rappazzo (SK Wädenswil). Der Bundesturnier-Überraschungsmann vom vergangenen Wochenende wiederum schlug in der letzten Runde Suvirr Malli (SK Olten), der Dritter wurde und seine bereits sechste SJEM-Medaille nach 2019 (U10-Silber), 2021 (U12-Bronze), 2022 (U14-Silber), 2023 (U14-Silber) und 2024 (U16-Bronze) gewann.
Während der nach zahlreichen Ehrenplätzen endlich mal mit 6 Punkten aus sieben Partien auf dem obersten Treppchen landende Thierry Breyer fünf Mal gewann und zweimal remisierte, hatte Johannes Rappazzo (5½) vier Siege und drei Unentschieden auf seinem Scoreboard. Suvirr Malli (4½) wiederum remisierte zwar gegen den Turniersieger, verlor aber nicht nur gegen Johannes Rappazzo, sondern auch gegen Philippe Breyer, der als Startnummer 4 mit 4 Punkten undankbarer Vierter wurde.
Grosse Überraschung in der Kategorie U16
Den klarsten Sieger gab es mit dem 6½ aus 7 (einziges Remis gegen Tomasz Ingielewicz/DSSP/9.) totalisierenden Ziad Kanana (SK Bern/Nr. 3) bei U16. Das war die eine grosse Überraschung. Die zweite: Der Top-Favorit FM Colin Federer (SG Winterthur), der mit 2372 ELO das höchste Rating aller 72 SJEM-Finalisten aufwies und in der 5. Runde gegen Ziad Kanana verlor, wurde mit 5 Punkten «nur» Zweiter. Bronze ging an den ebenfalls 5 Punkte aufweisenden Mihaly Köhalmi-Szabo (SV Wollishofen/Nr. 2).
Bei U14 hingegen wurde Jan Saminskij (SG Zürich) seiner Favoritenrolle gerecht und holte als Einziger 6 aus 7. Dimitri Aeschbacher (CE Genève/Nr. 2), der Jan Saminskij die einzige Niederlage zufügte, jedoch gegen Mischa Domschke (JSV Caissa Nidwalden/10.) verlor, wurde mit 5½ Punkten Zweiter. Rang 3 ging an Alexander Palairet (CE Nyon/Nr. 3) mit 4½ Punkten.
Loïc Carnevale-Arella: U12-Bronze als Startnummer 16!
Auch bei U12 setzte sich mit Marius Neuschild (SV Wollishofen) der Topgesetzte durch – und auch er holte bei zwei Remis gegen Lorys Aubier (Bois-Gentil/4.) und Felix Stolper (DSSP/6.) 6 Punkte. Silber ging an Grigorios Emmanouil Toumpakaris (Bois-Gentil/Nr. 2/5½), Bronze sensationell an den als ELO-Schwächster gestarteten Loïc Carnevale-Arella (La Garde du Roi/4½).
Als Startnummer 2 wies auch U10-Sieger Robert Weis (SC Seebach) 6 aus 7 auf. Ilios Papageorgiou Martinella (La Garde du Roi/Nr. 4) und Elia Michel Zimmerli (DSSP/Nr. 3), die beide gegen den Turniersieger remisierten, aber je eine Niederlage in Kauf nehmen mussten, landeten mit 5 Punkten auf den nächsten Podestplätzen.
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