Die Partienotation

von Oliver Marti (Kommentare: 0)

om - Jeder Spieler ist dazu verpflichtet, seine Züge – Zug um Zug – leserlich und nachvollziehbar in algebraischer Notation auf dem bereitgestellten Partieformular aufzuschreiben (Artikel 8.1.1) – ausser bei Schnellschach- oder Blitzpartien (A.2, B.4).
Er ist von der Schreibpflicht vorübergehend befreit, wenn er in Zeitnot ist (fünf Minuten vor Zeitkontrolle und weniger als 30 Sekunden Zeitgutschrift pro Zug, 8.4). Allerdings muss er nach der Zeitkontrolle auf seine eigene Zeit und mit Hilfe des Formulars des Gegners die fehlenden Züge nachtragen (8.5.2).

Sind beide Spieler von der Schreibpflicht befreit, so sollte ein Schiedsrichter (oder Assistent) die Partie mitschreiben. Existiert keine Mitschrift, so sollen die Spieler unter Aufsicht die Partie auf einem anderen Brett rekonstruieren (8.5.1). Ist auch das nicht möglich, so gilt der nächste Zug als der erste der folgernden Zeitperiode – ausser dass nachweislich mehr Züge geschehen sind (8.6).

Züge dürfen nicht im Voraus aufgeschrieben werden – ausser für Remis-Reklamationen wegen Stellungswiederholung oder der 50-Züge-Regel oder bei einer Hängepartie (8.1.2).
Der Spieler darf auf den Zug des Gegners antworten, bevor er ihn aufschreibt. Allerdings muss er die vorherigen Züge aufschreiben, bevor er einen neuen ausführt (8.1.3).

Die Partieformulare mit den Aufzeichnungen gehören dem Veranstalter und müssen vom Schiedsrichter die ganze Zeit eingesehen werden können – jedoch nicht vom Gegner (8.2, 8.3). Das auf dem Partieformular notierte Ergebnis zählt, auch wenn es falsch ist – ausser der Schiedsrichter entschiedet anders (8.7).

Spieler, die nicht in der Lage sind, ihre Partie aufzuzeichnen, dürfen dafür einen Assistenten einsetzen, den auch der Schiedsrichter für geeignet hält (8.1.6). Üblicherweise werden dem Spieler dafür zehn Minuten Bedenkzeit abgezogen – ausser es handelt sich um einen Spieler mit Behinderung.

 

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