Interesse wecken - Öffentlichkeit erreichen - Mitglieder gewinnen: Diskussionsforum vor der DV

von Frank Neubert (Kommentare: 6)

fn - Samstag, 15.6.2019, 10-12 Uhr, Haus des Sports, Ittigen, Raum Stadion

Der Schweizerische Schachbund hat weiterhin einen Rückgang der Mitgliederzahlen zu beklagen. Was kann man dagegen tun? Wie können die Vereine aktiv werden? Welche Aktivitäten unternimmt Ihr Verein, um das Schachspiel populärer zu machen und Mitglieder zu gewinnen?

Anlässlich der Delegiertenversammlung 2019 wollen wir mit diesem Seminar ein Forum bieten, in dem die Delegierten sich zu diesen Fragen austauschen, Erfahrungen weitergeben und Ideen generieren können. Geleitet wird der Workshop von Frank Neubert (Fachstelle Nachwuchsförderung und Ausbildung), der zu Beginn einen kurzen Input mit aktuellen Zahlen und Aktivitäten des Schachbundes geben wird. Danach sollen Ihre Erfahrungen und Ideen aus den Schachvereinen im Mittelpunkt stehen.

Anmeldungen zum Seminar nehmen wir gern unter education@swisschess.ch entgegen und freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer und ihre konstruktiven Inputs.

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Roland Burri Kommentar von Roland Burri |

Schachclub Niederlenz und Aarau
Bei Niederlenz sind über 80% Kinder und Junioren. Der Klub hat den jüngsten Vorstand im Aargau

Wiesinger Martin Kommentar von Wiesinger Martin |

- Mich würde interessieren, wie weit die Bemühungen des Schachbundes sind betreffend Jugend+Sport-Anerkennung. Wenn ich mich nicht irre oder eine entsprechende Mitteilung überlesen habe sind wir da noch nicht wirklich weiter gekommen als vor ein, zwei, drei Jahren.

- Unsere Dienstleistungen als Schachvereine, egal ob für Junioren, Erwachsene, Senioren werden weit unter Wert "verkauft". Wenn der Schachbund oder der Verein den Jahresbeitrag um moderate CHF 5.- (oder so) erhöhen möchte geht ein Wehklagen los und es wird mit Austritt gedroht.
Juniorenkurse sollen nicht gratis sein. Was nichts kostet ist auch nichts wert.
Dafür muss, wenn es etwas kostet, auch eine entsprechende Leistung und Qualität geliefert werden.

Anonymus Kommentar von Anonymus |

Wir leben in einer freien Markwirtschaft mit allen Vor- und Nachteilen. Ein eminenter Nachteil der professionellen Schachschulen ist, dass der überwiegende Teil der Kinder/Jugendliche nie das Innenleben eines Vereins kennen lernen werden. Mit der Folge, dass diese irgendeinmal den Vereinen fehlen werden, sei dies als Spieler oder anderweitigen Führungsaufgaben. Die Vereine sind überaltert und verschwinden langsam, aber sicher von der Landkarte.
Ein weiterer Grund ist die Inexistenz von Schach in den Medien. Habe mit diversen regionalen Zeitungen das Gespräch gesucht. Die Redaktionen haben schlicht kein Interesse an Schachnews und somit wird Schach nicht wahrgenommen.
Und letztlich kämpfen die Vereine vermehrt mit der wachsenden Spontanität der Leute. Junge Erwachsene oder Jugendliche scheuen Verbindlichkeiten in der heutigen Gesellschaft. Jeder will überall und nirgendwo sein. Schlechtes Wetter, dann gehen wir mit Junior ans Schachturnier. Schönes Wetter, dann geht Familie Skifahren…
…es gibt leider kein «Menschenrecht», dass Verbände und Vereine auf Ewig überleben müssen. Zum Glück braucht es im Schach nur zwei Personen, um einen schönen Abend zu geniessen.

Frank Neubert Kommentar von Frank Neubert |

Vielen Dank jetzt schon für die Inputs. Ich freue mich schon auf weitere Kommentare und auf die Diskussionen in Ittigen. Ich werde in meiner Einführung zum Forum gerne auf die hier vorgebrachten Fragen eingehen.

Nuggi Kommentar von Nuggi |

Interessante Thesen von Anonymus:
1. Schachschulen lösen das Problem nicht, an dem auch Vereine sich abmühen: Wie bringt man die Kids in den Klub. Ich sehe zwei Ansätze:
a) Kids gezielter an den Verein heranführen. Das bedeutet Ideen, Engagement und einen langen Atem. So lässt sich die Quote von heute ca. 1% auf rund 3% anheben welche den Übertritt schaffen.
b) Es braucht mehr Kids. Habe ich 30 statt nur 12 Kids entsteht eine Dynamik und die Zahl die bleibt wird höher.
2. Medien sind nicht scharf auf Schach. Bieder, altbacken. Wir müssen lernen uns zu verkaufen. Dazu gehört die Turniere für Nichtspieler attraktiv zu machen. Rahmenprogramm, wird eine Partie beendet sofort Zwischenrangliste, Wettbewerbe usw.
3. Die Gesellschaft können wir nicht ändern. Aber der Egoismus der Menschen setzt allen Sportarten zu. Wenn es gelingt die Vereine attraktiver zu machen z.B. die Ausstattung des Klublokals, Spielmaterial und andere Elemente welche weder das Internetschach noch der Privathaushalt bieten können, kann ein Verein durchaus bestehen.
Der SSB ist gefragt Ausbildungsmodule zu schaffen ...

René Rüegg Kommentar von René Rüegg |

In Zukunft werden die nicht-sportlichen Themen des Schachs an Bedeutung gewinnen, und bei diesen ist der SSB gefordert. Also die Presse mit Studien zur Steigerung von Konzentrationsfähikeit bei jungen Menschen füttern (das, was z.B. Chess for Kids den Eltern auf ihrer Homepage verspricht). Oder Wissenswertes zu Schachtraining im Alter als Fitnessprogramm fürs Gehirn der breiten Öffentlichkeit vermitteln. Denn Schachpartien sind nun mal nur für Spieler attraktiv und aufschlussreich, der Einfluss von Schach auf kognitive Fähigkeiten dürfte aber ein weit grösseres Publikum interessieren.

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