SMM: Das NLA-Spitzenquartett hielt sich schadlos – Luzern deklassiert Aufsteiger St. Gallen 7½:½ – Bodan verliert in der NLB-Ostgruppe erneut

von Markus Angst

IM Dennis Kaczmarczyk (Bild) hat ebenso wie sein Winterthurer Teamkollege GM Florian Jenni 4 Punkte aus vier Nationalliga-A-Partien auf seinem Konto.

ma - Gleich fünfmal kam es in der 4. Nationalliga-A-Runde der Schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft (SMM) zum Duell zwischen Teams aus der oberen und der unteren Tabellenhälfte. Dabei gab es keine Überraschungen – die vier punktgleich an der Tabellenspitze liegenden Genf, Winterthur, Luzern und Zürich blieben allesamt siegreich.

Am klarsten gewann Luzern gegen den punktelosen Aufsteiger St. Gallen: 7½:½. Peter Klings verhinderte mit seinem Remis am achten Brett gegen FM Enrique Almada wenigstens die Zu-null-Niederlage. Ebenfalls deutlich (6:2) setzte sich Zürich gegen das ebenfalls punktelose Mendrisio durch. Vier Partien entschieden die Zürcher für sich, vier endeten remis – darunter auch diejenige zwischen Ex-Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk und FM Fabrizio Patuzzo. In der nächsten Runde vom 1. Juli treffen Zürich und Luzern im Spitzenkampf aufeinander.

Mehr Mühe bekundeten hingegen die beiden dank der besten Einzelpunktwertung gemeinsam in Führung liegenden Genf und Winterthur bei ihren 5:3-Siegen gegen den weiterhin auf seinen ersten Zähler wartenden Aufsteiger Echallens bzw. Wollishofen. Für den einzigen Sieg eines Teams aus der unteren Tabellenhälfte sorgte Riehen (6.), das Réti Zürich (5.) 5½:2½ bezwang – wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass bei den Baslern mit Ognjen Cvitan ein Grossmeister am letzten Brett spielte. Die beiden Teams tauschten damit die Plätze.

Bemerkenswertes Detail: Die fünf Mitropa-Cup-Helden GM Sebastian Bogner (Remis), GM Noël Studer, IM Gabriel Gähwiler, FM Fabian Bänziger und GM Florian Jenni (jeweils mit einem Sieg) holten kaum zwölf Stunden nach ihrer Rückkehr von Süditalien in die Schweiz zusammen 4½ Punkte – chapeau! A propos Florian Jenni: Wie sein Winterthurer Teamkollege IM Dennis Kaczmarczyk hat er 4 Punkte aus vier NLA-Partien auf seinem Konto.

In der Nationalliga-B-Ostgruppe muss Absteiger Bodan Kreuzlingen die geplante sofortige Rückkehr ins Oberhaus frühzeitig abschminken. Der erklärte Aufstiegsfavorit bezog gegen das zuvor noch sieglose Schlusslicht Winterthur II nach dem 2½:5½ gegen Luzern in der 3. Runde mit 3:5 seine zweite Niederlage hintereinander. Bei sechs Unentschieden an den Brettern 1 bis 6 machten die beiden Winterthurer IM Nedeljko Kelecevic und Sladjan Jovanovic mit ihren Siegen an den zwei hintersten Brettern die Überraschung perfekt. Die auf Rang 7 zurückgefallenen Ostschweizer haben bereits fünf Punkte Rückstand auf Leader Solothurn, der seine Spitzenposition mit einem harterkämpften 5:3-Sieg gegen Schlusslicht Baden verteidigte. Schärfster Verfolger der Solothurner ist Wettswil, das Tribschen deutlich mit 6½:1½ bezwang und mit zwei Punkten Rückstand auf Platz 2 liegt.

In der NLB-Westgruppe gewann Nyon den Spitzenkampf zweier verlustpunktloser Teams gegen Schwarz-Weiss überraschend klar mit 5½:2½. An den drei ersten Brettern holten die Berner zwar 2½ Punkte (Siege für GM Vadim Milov und IM Markus Klauser, Remis für Frank Salzgeber). Doch die restlichen fünf Partien entschieden die Waadtländer FM Holger Rasch, Olaf Schweitzer, Captain Laurent Vilaseca, Christian Michaud und Blaise Javet für sich. Damit verteidigte Nyon die Tabellenführung – allerdings nur mit einem Minimalvorsprung von einem halben Einzelpunkt vor Trubschachen. In der 5. Runde vom 1. Juli treffen die beiden Top-Teams zum nächsten Spitzenkampf aufeinander. Die Emmentaler hatten gegen das nur mit sechs Spielern angetretene und damit einen Beitrag in die Bussenkasse des Schweizerischen Schachbundes (SSB) leistende Sorab keine Probleme und gewannen diskussionslos mit 6½:1½. Die Basler warten damit ebenso wie Aufsteiger Biel (1½:6½-Niederlage gegen Riehen II) weiterhin auf ihren ersten Punktgewinn. Dafür feierte Therwil im Duell zweier Neulinge gegen Sion seinen ersten Saisonsieg (5½:2½) und verschaffte sich am Tabellenende ein wenig Luft.

Nationalliga A

Echallens - Genf 3:5 (Sermier - Petrow 0:1, Colmenares - Fontaine 0:1, Botta - Sokolow 1:0, Valles - Riff ½:½, Buss - Miralles 1:0, Bondar - Vernay 0:1, Pahud - Burri 0:1, Vianin - Gerber ½:½).

Wollishofen - Winterthur 3:5 (Prusikin - Harikrishna 0:1, Kessler - Georgiadis ½:½, Gähler - Gähwiler 0:1, Hochstrasser - Forster 1:0, Mäser - Kaczmarczyk 0:1, O. Moor - Jenni 0:1, Albisetti - Schiendorfer 1:0, Umbach - Ballmann ½:½).

Luzern - St. Gallen 7½:½ (Studer - M. Novkovic 1:0, V. Atlas - Potterat 1:0, Kurmann - Fecker 1:0, R. Lötscher - Leutwyler 1:0, Fröwis - J. Novkovic 1:0, Bänziger - Giesinger 1:0, Arcuti - Akermann 1:0, Almada - Klings ½:½).

Mendrisio - Zürich 2:6 (Aranovitch - Pelletier 0:1, Zujew - Bauer 0:1, Patuzzo - Kosteniuk ½:½, Mantovani - Vogt 0:1, Sedina - Hug ½:½, Cacciola - Mutschnik ½:½, Pedrini - Jon. Rosenthal 0:1, Astengo - Grünenwald ½:½).

Réti Zürich - Riehen 2½:5½ (Bogner - Ragger ½:½, Stojanovic - Heimann ½:½, Gallagher - Renet ½:½, Maier - Brunner ½:½, Gantner - Breder 0:1, Antognini - Georgiadis 0:1, Kappeler - Schmidt-Schäffer ½:½, Wagner - Cvitan 0:1).

Rangliste nach 4 Runden: 1. Genf und Winterthur je 7 (23). 3. Luzern 7 (21½). 4. Zürich 7 (20). 5. Riehen 6 (19). 6. Réti 4 (16½). 7. Wollishofen 2 (13½). 8. Echallens 0 (10½). 9. Mendrisio 0 (8½). 10. St. Gallen 0 (4½).

Partien der 4. Runde

 

Partien der 5. Runde (1. Juli): Genf - Wollishofen, Winterthur - Mendrisio, Zürich - Luzern, St. Gallen - Riehen, Réti - Echallens.

Die erfolgreichsten Punktesammler in der NLA: GM Florian Jenni und IM Dennis Kaczmarczyk (beide Winterthur) je 4 Punkte aus 4 Partien, GM Ognjen Cvitan (Riehen), GM Jean-Noël Riff, IM Clovis Vernay (beide Genf) und FM Davide Arcuti (Luzern) je 3½/4, IM Alexandre Vuilleumier und FM Quentin Burri (beide Genf) je 3/3, GM Nico Georgiadis, IM Gabriel Gähwiler (beide Winterthur), GM Robert Fontaine (Genf), GM Christian Bauer, GM Lothar Vogt (beide Zürich), GM Mihajlo Stojanovic (Réti), IM Oliver Kurmann (Luzern), IM Michael Hochstrasser (Wollishofen) und IM Ralph Buss (Echallens) je 3/4, IM Nikita Petrow (Genf) 2½/3.

Nationalliga B, Ost

Baden - Solothurn 3:5 (Snuverink - Owsejewitsch 0:1, Klundt - L. Muheim ½:½, Düssel - Flückiger 0:1, Bouclainville - Habibi 0:1, Eschholz - Fischer ½:½, Saurer - Krebs 1:0, Rodic - Meier ½:½, Valencak - M. Muheim ½:½).

Wollishofen II - Zürich II 5:3 (Good - Friedrich 1:0, Wyss - Vucenovic 1:0, Eschmann - Csajka 1:0, Kambor - Silberring ½:½, Held - Patzelt 0:1, Kohli - Fischer 0:1, Bous - Preziuso 1:0, Schmidbauer - Berset ½:½).

Wettswil - Tribschen 6½:1½ (Rüetschi - Kovac 1:0, Hug - Räber 1:0, Ph. Aeschbach - Lustenberger ½:½, Huss - Fischer 1:0, Georges - Gabersek 1:0, Kuhn - Schwander ½:½, W. Aeschbach - Herzog ½:½, Bieri - Hoffmann 1:0).

Winterthur II - Bodan Kreuzlingen 5:3 (Gattenlöhner - Weindl ½:½, Schärer - Hommeles ½:½, Kauch - Kühn ½:½, Karrer - Wildi ½:½, Lang - Knödler ½:½, Borner - Schmid ½:½, Kelecevic - Plüss 1:0, Jovanovic - Egle 1:0).

Luzern II - Réti Zürich II 6:2 (Belezky - Wüthrich 1:0, Gloor - Wyss 1:0, Georgescu - Levrand 1:0, Wüest - Porras Campo 1:0, Kaufmann - Lou ½:½, D. Atlas - Uhlmann 1:0, P. Lötscher - Bühler 0:1, Forestier - Mansoor ½:½).

Rangliste nach 4 Runden: 1. Solothurn 8 (21). 2. Wettswil 6 (19½). 3. Zürich II 5 (16½). 4. Luzern II 4 (19). 5. Wollishofen II 4 (14). 6. Winterthur II 3 (15). 7. Bodan und Tribschen je 3 (14½). 9. Réti II 2 (12½). 10. Baden 1 (13½).

Partien der 5. Runde (1. Juli): Zürich II - Solothurn, Wettswil - Wollishofen II, Baden - Luzern II, Réti II - Winterthur II, Tribschen - Bodan.

Nationalliga B, West

Nyon - Schwarz-Weiss Bern 5½:2½ (Ondozi - Milov 0:1, Prunescu - Klauser 0:1, Guex - Salzgeber ½:½, Rasch - Curien 1:0, Schweitzer - Ramseyer 1:0, Vilaseca - Turkmani 1:0, Michaud - Holzgrewe 1:0, Javet - Urwyler 1:0).

Trubschachen - Sorab Basel 6½:1½ (Filipovic - Scherer ½:½, Drabke - Z. Stankovic ½:½, Kaenel - Bojic ½:½, Adler - P. Miletic 1:0, Milosevic - Jovanovic 1:0, G. Heinatz - L. Stankovic 1:0, Simon 1:0 f., Haldemann 1:0 f.).

Vevey - Payerne 4:4 (Crut - N. Grandadam ½:½, Lamoureux - S. Stoeri 1:0, Burnier - Zarri 1:0, Jacot - Stijve ½:½, François - L. Stoeri ½:½, Dousse - Duruz ½:½, Zingg - Hofmann 0:1, Bigler - Schneuwly 0:1).

Biel - Riehen II 1½:6½ (Georg - Haag 0:1, Kudryavtsev - Flückiger ½:½, Rohrer - Herbrechtsmeier 0:1, Lienhard - Wirthensohn 0:1, Bohnenblust - Dill 0:1, Lucca - Wirz 0:1, Bürki - Pommerehne ½:½, Wiesmann - Schneider ½:½).

Therwil - Sion 5½:2½ (Pfrommer - Rappaz ½:½, Faraone - Popescu ½:½, Häner - Paladini 1:0, Schröter - C. Philippoz ½:½, Toenz - Riand 1:0, Grünberger - Roduit 0:1, Jud - Moerschell 1:0, Lo Presti - Bourban 1:0).

Rangliste nach 4 Runden: 1. Nyon 8 (22½). 2. Trubschachen 8 (22). 3. Riehen II 6 (19). 4. Schwarz-Weiss 6 (18½). 5. Payerne 5 (18½). 6. Vevey 4 (16). 7. Therwil 2 (15). 8. Sion 1 (11½). 9. Biel und Sorab je 0 (8½).

Partien der 5. Runde (1. Juli): Trubschachen - Nyon, Sion - Riehen II, Biel - Schwarz-Weiss, Payerne - Therwil, Vevey - Sorab.

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